Firman von Mir Muhammad
Şablon:Infobox Militärischer Konflikt Das Firman von Mir Muhammad war ein Ferman des Muhammad Pascha von Rawanduz, das die Völkermordkampagne gegen die jesidische religiöse Minderheit von 1832 bis 1834 auslöste.[1] Dabei veranlasste Muhammad Pascha von Rawanduz zusammen mit dem kurdischen Bohtan-Prinzen Bedirxan Beg die Tötung Tausender Jesiden in der Region Baadre und Sheikhan.[2] Es gilt als das blutigste Ereignis in der Geschichte der Jesiden, an das man sich noch heute erinnert.[3][4] Schätzungen zufolge wurden 70.000[2] bis 135.000 Jesiden getötet.[5] Sadiq al Damaluji beziffert die Zahl der Überlebenden des Firman auf etwa 5 % der betroffenen Bevölkerung.[1]
Hintergrund
Mullah Yahya, ein Angehöriger des Mzuri-Stammes aus dem Fürstentum Bahdinan, bat Mohammed Pascha in einer Fehde um Hilfe. Der Mzuri-Stammesführer Ali Agha war vom jesidischen Stammesführer Mir Ali Beg ermordet worden. Prinz Said Pascha von Bahdinan verweigerte den Mzuri jedoch die Möglichkeit zur Rache. Daraufhin wandte sich Mullah Yahya an Mohammed Pascha und bat ihn, Rache an den Jesiden von Dschabal Sindschar zu nehmen. Mohammed Pascha nutzte diese Strafexpedition zur Eroberung des Fürstentums Badinan. Er erließ durch seinen Mufti Mullah Mohammed Khalti eine Fatwa gegen die „ungläubigen“ Jesiden und überquerte 1832 den Großen Zab.[6][7]
Die Massaker
Bedirkhan Bey von Bhotan hatte zuvor gegen die Osmanen und Perser gekämpft, um seine Unabhängigkeit zu erlangen. Er hatte zudem zahlreiche kurdische Stämme unter seine Führung gebracht. Die Jesiden unter der Führung von Ali Beg waren zahlenmäßig deutlich unterlegen und wurden trotz ihres Widerstands besiegt. Ali Beg wurde auf Befehl von Mir Muhammad gefangen genommen und hingerichtet. Die Einwohner von Sheikhan flohen aus Angst vor den Folgen nach Mossul, um dort Zuflucht zu suchen. Im Frühjahr trat der Tigris über die Ufer und zerstörte die Pontonbrücke. Während einige Jesiden schwimmend ans andere Ufer gelangen konnten, suchten Ältere, Frauen und Kinder Schutz auf dem Hügel von Kujụndjik (Ninive). Der Mir von Rawanduz verfolgte sie, was zu einem Massaker führte, bei dem schätzungsweise 12 000 Jesiden getötet wurden.[8] Einige der überlebenden Jesiden flohen in Richtung Tur Abdin und Mosul.[2] Der russische Reisende Ilja Beresin notierte während seiner Forschungsreisen im Jahr 1843, dass 7.000 Jesiden kurz vor seiner Ankunft in den Hügeln von Ninive bei Mosul von Kurden aus Rawanduz getötet worden seien.[9] Fast die gesamte jesidische Bevölkerung von Sheikhan wurde getötet. Frauen und Kinder wurden gefangen genommen, zwangsweise zum Islam bekehrt und versklavt. Auch er heiratete während der Massaker eine Jesidin. Christen und andere Minderheiten wurden ebenfalls nicht verschont. Nachdem er den Stammesführer „gerächt“ hatte, nahm er die Stadt Akrê ein. Nach der Eroberung von Akre, der Hauptstadt des Fürstentums Bahdinan, fiel Amediye, und Prinz Said Pascha floh. Mit dem Fall Amediyes geriet das gesamte Fürstentum unter die Herrschaft von Mohammed Pascha.[10] Auch christliche Gemeinden, die im Vormarschgebiet von Muhammad Paschas Armee lagen, fielen den Massakern zum Opfer. Die Stadt Alqosch wurde geplündert, zahlreiche Einwohner getötet, und das Kloster Rabban Hormizd wurde geplündert und seine Mönche, darunter der Abt Gabriel Dambo, ermordet. Viele alte Handschriften wurden zerstört oder gingen verloren. Das Mor-Mattai-Kloster erlitt dasselbe Schicksal.[11] Nachdem Bedir Khan die meisten Jesiden in Sheikhan angegriffen und getötet hatte und die Überlebenden nach Sindschar geflohen waren, beschloss Mohammed Pascha 1833, Sindschar anzugreifen. Hunderte Jesiden fielen dem Massaker zum Opfer. Jahrelange gewaltsame Feldzüge gegen die Jesiden brachten ihm beträchtliche Unterstützung und zunehmende Macht in der Region ein, bis er schließlich beschloss, gegen die Osmanen zu rebellieren.[12]
Einzelnachweise
Ev gotar bi zimanên din / Dieser Artikel in anderen Sprachen
Dieser Artikel basiert (ganz oder teilweise) auf dem Artikel „Firman von Mir Muhammad“ aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz CC BY-SA 4.0. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.