Leyla Yenirce (* 1992 in Beşiri) ist eine deutsche bildende Künstlerin, Musikerin und Performerin, die mit Malerei, Video, Installation, Klang und Performance arbeitet.[1] Ihr Werk umfasst biografische Erfahrungen von Flucht und Migration und feministische Selbstbehauptung, mediale Machtstrukturen und Archive des Widerstands.[2]

Leben

Yenirce wurde 1992 in Beşiri im Südosten der Türkei geboren und kam in den 1990er-Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland.[3] Sie wuchs in Oldenburg auf, wo sie als Kind kurdisch-jesidischer Eltern ihr erstes Zuhause in Deutschland fand.[2] Zunächst studierte sie Kulturanthropologie, bevor sie an die Hochschule für bildende Künste Hamburg wechselte und dort 2020 ihren Bachelor bei Simon Denny sowie 2022 ihren Master bei Jutta Koether und Bettina Uppenkamp abschloss.[3] Für ihre Vier-Kanal-Videoinstallation Somewhere Else erhielt sie 2020 den Karl H. Ditze Preis, 2021 folgten der Bundespreis für Kunststudierende und der Playground Art Prize.[4] 2022 wurde sie als Preisträgerin des ars viva-Preis 2023 ausgewählt, der mit Ausstellungen im Goethe-Institut Paris und im Haus der Kunst München verbunden war.[5] Yenirce lebt und arbeitet in Berlin.[1]

Wirken

Yenirces Videoarbeiten, Installationen und Performances nutzen Found Footage und Klang und setzen sich mit Themen wie Feminismus, Krieg, Popkultur, Genozid, Begehren, Sehnsucht und Ironie auseinander.[4] Unter dem Namen Rosaceae erstellt sie audiovisuelle Kollagen aus Sprachsamples, Field Recordings, Noise, Ambient, Techno, Bildern und Dokumentationen.[6] Ihre erste Einzelausstellung So much energy war 2022 im Kunsthaus Hamburg zu sehen und betrachtete Lebensgeschichten von Frauen, die sich extremen Missständen widersetzt hatten, darunter in der Multimedia-Installation Nacht. Schlaf. Die Sterne.[7] In der Klanginstallation Holy Water, die 2023 im Haus der Kunst München gezeigt wurde, setzte sie sich mit dem Schicksal jesidischer Frauen und Mädchen auseinander, die seit 2014 durch den sogenannten Islamischen Staat Gewalt erlitten hatten.[8] Die Berliner Ausstellung Ich krieg Geschwindigkeit bei Capitain Petzel konzentrierte sich 2023 auf großformatige Gemälde, in denen Siebdruckmotive von Kämpferinnen der kurdischen Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) mit Ölmalerei und Acrylspray überlagert wurden.[9] 2024 zeigte die Petzel Gallery in New York mit Eye Level ihre erste dortige Einzelausstellung und präsentierte zugleich das unter Rosaceae entstandene Album Souvenirs.[10] Mit Werdegang richtete das Landesmuseum Kunst & Kultur Oldenburg 2026 ihre eine museale Einzelausstellung aus, in der sie in Installationen, Gemälden und Videowelten auf Oldenburg als biografischen Ort zurückgriff.[2] Im Zentrum der dort entstandenen Gemäldereihe Chor der Frauen stehen Porträts von Frauen aus Kunst, Literatur, Bildung und Politik, die Yenirce geprägt haben.[3]

Einzelnachweise

Şablon:Normdaten

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Şablon:Personendaten


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